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Das Statistsiche Bundesamt meldet Preisanstiege der Wohnimmobilienpreise "so kräftig wie seit 2022 nicht." Im Handelsblatt heisst es, "die Krise auf dem Wohnimmobilienmarkt scheint damit endgültig vorbei zu sein."

  • starker Druck kommt von den Mieten. Der Mietmarkt präsentiert sich derzeit extrem fest, also die Nachfrage ist sehr hoch. Dadurch lassen sich auf breiter Front Mietsteigerungen durchsetzen, insbesondere bei Neuvermietungen. Diese Entwicklung treibt die Kaufpreise, denn es wird, insbesondere in Innenstadtlagen für Mieter günstiger zu kaufen im Verhältnis zur Miete.


  • Inflationstendenzen: Trotz aktuellen Meldungen aus der Woche - die Inflation in Deutschland war überraschend stark gesunken - gilt es als wahrscheinlich, dass die kommende Staatsverschuldung preistreibend auf sämtliche in der Volkswirtschaft zirkulierenden Güter wirken wird; auch weil die Schulden nur punktuell in einzelnen Sektoren angreifen und hier überproportionale Nachfrage auslösen, die Preiserhöhungen bei den Unternehmen legitimiert.

    Insbesondere die Kapazitäten des Tiefbaus dürften durch Infrastrukturausgaben (Bau und Instandsetzung von Straßen, Brücken und Autobahnen) schnell ihre Grenzen erreichen; zumal die Branche aufgrund der vorhergegangenen, jahrelangen Schwäche Personal abgebaut haben dürfte. Diese Entwicklung wirkt preistreibend für Neubau und erhöht dadurch auch im Bestandssegment die kalkulatorischen Preise.


  • Die Zinsen laufen in einem Korridor zwischen 3% und 4% seit Jahresbeginn. Käufer haben sich an das Zinslevel gewohnt und scheuen die -  verglichen mit einigen Jahren - gestiegenen Zinsen nicht mehr beim Kauf, auch weil die Preise der Wohnalternative in der Mietwohnung anziehen.


  • Der Anstieg könnte sich in den vergangenen Monaten durch niedrigeres Angebot beschleunigt haben. Viele Verkäufer von Altbestand haben nach fehlgeschlagenen Verkaufsversuchen 2023 und 2024 ihre Immobilie zeitweise vom Markt genommen. Die stabilisierte Nachfrage könnte auf weniger Verkaufsimmobilien getroffen ist. Greift dieses Szenario, könnte die Dynamik der Entwicklung abnehmen, wenn sich bei Eigentümern herumspricht, dass die „Krise im Immobilienmarkt überstanden“ sein soll und sich grundsätzlich wieder mehr Eigentümer zum Verkauf’ entschließen.


  • In den guten Lagen von Frankfurt und den Taunuslagen fällt auf, dass sich der Grenznutzen des Geldes auf Käuferseite zugunsten des Wohnens verschiebt. Das bedeutet, es wird auch wieder „überzahlt“, weil ausreichend Finanzmittel vorhanden sind. Dies dürfte sich jedoch in finanzschwächere Lagen nicht 1:1 übertragen lassen, eher ist hier das Gegenteil der Fall - nachdem eine kontinuierliche Vermögensverteilung zugunsten ohnehin zahlungskräftigerer Haushalte zu beobachten ist (die Reichen werden reicher).


Soweit meine erste Einschätzung zum aktuellen Preissprung, auf YouTube werde ich zu den Überlegungen und gegebenenfalls weiteren Wechselwirkungen ins Detail gehen. Ich wüsche ihnen eine sonnig-warme Wochenmitte.


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Der Ifo-Geschäftsklimaindex setzt seine Aufwärtsbewegung fort. Aus meiner Sicht ist hier zu beobachten, ob die bessere "Stimmung" sich in nachhaltigen Optimismus umsetzt, der dann auch wieder von echtem Wachstum flankiert werden müsste; oder ob das Stimmungsbild, das wir hier gerade sehen, als der "Friedrich-Merz-Effekt" in die die Wirtschaftsgeschichte eingeht. Die durchaus positive Presse, die der Kanzler in den letzten Wochen eingesammelt hat, gibt im Augenblick vielen Menschen, mit denen ich spreche, einen gewissen Optimismus im Blick auf die Zukunft.

Im Spiegel-Beitrag zum Aufklaren des Ifo-Geschäftsklimaindex macht ein Satz hellhörig:   


"Zwar blickten die Unternehmen "merklich hoffnungsvoller" auf die kommenden Monate, zugleich entwickelten sich die laufenden Geschäfte jedoch schlechter." Den gesamten Artikel finden Sie hier.


zum Autor: Richard Nitzsche (M.Sc.) hat nach seiner Banklehre bei der Frankfurter Sparkasse Finance & Economics an der Frankfurt School und den USA (Colorado) studiert. Nach Jahren im Sales & Trading, auch bei der Frankzösischen Großbank BNP-Paribas, hat er 2012 das Unternehmen Nitzsche Immobilien gegründet, mit dem er Käufer und Verkäufer von Wohnimmobilien bei ihren Transaktionen begleitet. Richard Nitzsche ist außerdem bekannt für seinen wöchentlichen Immobilienpodcast, mit dem er regelmäßig das Big Picture hinter den Immobilienpreisen analysiert, aber auch ganz konkret Ratschläge zum Kauf und Verkauf von Wohnimmobilien gibt. Seit 2025 bietet Richard Nitzsche außerdem deutschlandweit unabhängige Käufer- und Verkäuferberatung an.

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