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EZB: KEINE „flashy“ Stagflation in der Eurozone! (?)

  • 4. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Was bleibt von der Pressekonferenz im Anschluss an den EZB-Zinsentscheid am vergangenen Donnerstag?


EZB-Präsidentin Lagarde betonte deutlich und wiederholt, dass nach Ansicht der EZB kein Stagflationszenario vorliegt. Die Wirtschaft in der Eurozone wachse weiter, wenngleich die Energiepreis-Teuerung durch den Iran-Krieg einen Dämpfer im aufstrebenden ökonomischen Umfeld verursacht habe. Gleichwohl werde noch immer ein leichtes Wachstum gemessen.

Zweitens hätten die langfristigen Inflationsrisiken zwar zugenommen, jedoch sei aktuell noch nicht abzusehen, ob sich die aktuellen Inflationstendenzen in Zweitrundeneffekte übersetzen. Je länger der Krieg im Nahen Osten nicht beigelegt sei, umso höher werde das Risiko.


Stagflation: Andere Voraussetzungen als in den 70ern - bleibt der Zweifel trotzdem?

Das Szenario Stagflation verwies die EZB-Präsidentin klar in die 70er Jahre, in denen langfristige Inflation auf hohe Arbeitslosigkeit getroffen sei und sich die Entwicklung nicht durch die heutigen geld- und fiskalpolitischen Rahmenbedingungen bremsen lies. Heute stehe die Wirtschaft vor einer komplett anderen Situation als in den 70ern. „Flashy“, also zu deutsch: „auffällig, protzig, halbseiden, gitzernd“, nannte Lagarde den derzeitigen Umgang mit dem Terminus in Gazetten oder auch durch Volkswirte. Die dezidierte Diskussion und Erwähnung, man sei eben NICHT in einer Stagflation, könnte jedoch als „Barbara Streisand-Effekt“ in den Köpfen hängen bleiben, denn das Gehirn kann NEIN und NICHT nunmal einfach nicht verarbeiten. Beispiel gefällig? Denken Sie jetzt NICHT an eine Orange. 


EZB auf Zinserhöhungskurs Man habe eine potenzielle Zinserhöhung ernsthaft diskutiert, sei jedoch zum einstimmigen Ergebnis gekommen, die Zinsen unverändert zu lassen. Den EZB-Zins nicht zu berühren lag im Erwartungshorizont des Marktes. Der durchaus deutliche Hinweis, eine ausführliche Diskussion habe stattgefunden, ebnet den Weg zur Zinserhöhung in sechs Wochen. Hinweise auf eine baldige Zinserhöhung, jedoch nicht in der aktuellen Stzung, hatten Ökonomen erwartet.


Die Datenbasis sei derzeit (NOCH) nicht signifikant genug Datenbasis, um einen Zinsschritt begründen zu können. In sechs Wochen, so hofft Lagarde, werde die Dauer und der Ausgang im Nahen Osten besser einschätzbar sein. Lagarde betonte die Risiken für die europäische Volkswirtschaft, die durch den Krieg im Nahen Osten entstehen, bevor sie auf Chancen einging. Hier nannte Sie eine Wirtschaft, die sich auch besser entwickeln könne, als derzeit prognostiziert, aber auch ein unerwartet schnelles Ende des Kriegs im Iran.

Lagarde machte die wieder erwachte Unsicherheit von Unternehmen und Haushalten - trotz noch guter Basis - zum Thema, die zögerlicher investieren oder konsumieren könnten, sowie das sich eintrübende Sentiment in den globalen Finanzmärkten; das sich unter anderem durch eine restriktivere Kreditvergabe manifestiert.


Fazit

Die EZB ist noch im Beobachtermodus, die Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen im Laufe des Jahres, entsprechend der Prognosen von Ökonomen, hat sich weiter bestätigt und verfestigt. Die Zinserhöhung sei das Mittel der Wahl, falls sich die aktuellen Inflationstendezen, ausgelöst durch die Ölpreise, in Zweitrundeneffekten in die Wirtschaft hineinfrisst. Die Zentralbank wird reagieren um die Inflation dauerhaft an die 2%-Marke anzunähern, betonte Lagarde und griff mit der Formulierung etwaigen Gedankenspielen vor, die EZB könne mit Blick auf Probleme in der europäischen Volkswirtschaft eine höhere Inflation zulassen um die fragile Konjunktur nicht auszubremsen.


Die gesamte Pressekonferenz können Sie auf YouTube in der Aufzeichnung des Livestreams selbst ansehen. Ich selbst melde mich zeitnah auf YouTube mit einer Einschätzung zur Entwicklung der Bauzinsen. 

(Richard NItzsche, 04.05.2026)


 
 
 

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